Tag der Kinderrechte
- Jessica Kewitsch
- Nov 20, 2025
- 2 min read
Updated: Dec 16, 2025
„Nichts ohne uns über uns.“(Kinderrechtsbewegung – ein Grundsatz echter Partizipation)

Am 20. November ist der internationale Tag der Kinderrechte. Er erinnert an die Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention (1992 von Deutschland ratifiziert) und bietet Anlass, den Blick darauf zu richten, wie Kinderrechte im Alltag von Kindertageseinrichtungen tatsächlich umgesetzt werden.

In der pädagogischen Praxis sind Kinderrechte kein eigenes „Thema“, sondern Teil des täglichen Handelns:
In unseren Beziehungen, bei der Planung von Aktivitäten, in Projekten, im Freispiel, beim Essen oder Wickeln. Immer dann, wenn Kinder beteiligt werden oder Entscheidungen für sie getroffen werden, werden Kinderrechte wirksam.
Konkret bedeutet das: Kinder werden zum Beispiel in Alltagsentscheidungen einbezogen – etwa bei der Raumgestaltung, der Auswahl von Materialien oder der Planung von Projekten. Sie können sagen, was sie beschäftigt, was sie interessiert und was sie ablehnen. Ihre Ideen fließen in Vorhaben und Projekte ein, ihre Fragen geben Themen vor, ihre Beobachtungen verändern geplante Abläufe. Partizipation wird so nicht zur Methode, sondern zum Bestandteil pädagogischer Beziehungen.
Als zentraler Aspekt gilt die Auseinandersetzung mit Macht und Adultismus:
Erwachsene verfügen im Alltag über strukturelle Macht – sie entscheiden über Zeit, Raum, Regeln und Abläufe und verfügen auch körperlich über Macht. Diese Macht bewusst zu reflektieren und mit ihr transparent und verantwortungsvoll umzugehen, ist ein wesentlicher Teil einer kinderrechtsorientierten Pädagogik. Dazu gehört auch, die eigene Biografie zu betrachten, pädagogische Routinen zu hinterfragen und zu prüfen, wo Beteiligung möglich ist und wo Kinder bislang wenig Einfluss haben oder ihre Rechte übergangen werden.
Die Reggio-Pädagogik greift diese Perspektive auf und formuliert sie in der Charter of Rights sehr klar. Dort heißt es:
Children have the right to be recognizedas subjects of individual, legal, civil, and social rights;as both source and constructors of their own experience,and thus active participants in the organization of their identities,abilities, and autonomy, through relationships and interactionwith their peers, with adults, with ideas, with objects,and with the real and imaginary events of intercommunicating worlds.

Kinder werden hier als eigenständige Subjekte mit Rechten verstanden und zugleich als aktiv Beteiligte in Bildungsprozessen. Projektarbeit erhält vor diesem Hintergrund eine besondere Bedeutung, weil sie Kindern ermöglicht, Themen aus ihrer Lebenswelt aufzugreifen, gemeinsam Fragen zu entwickeln und Lernprozesse mitzugestalten.
Kinderrechte beziehen sich nicht nur auf zwischenmenschliche Beziehungen, sondern auch auf die Bedingungen, unter denen Kinder heute aufwachsen. Dazu gehört das Recht auf Zukunft ebenso wie das Recht auf eine lebenswerte Gegenwart in einer gesunden Umwelt. Sauberes Wasser, intakte Natur und gesunde Ökosysteme sind Teil dieses Anspruchs.
„Kinder haben das Recht, gehört zu werden – und Erwachsene die Pflicht zuzuhören.“(Angelehnt an Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention)

Kinderrechte als Auftrag für frühkindliche Bildung und professionelle Begleitung
In unseren Fortbildungen greifen wir diese Themen auf, mit Blick auf Kinderrechte, Partizipation, Projektarbeit und nachhaltige ökologische Bildung, und laden dazu ein, die eigene pädagogische Praxis zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Wir freuen uns, mit Euch gemeinsam an diesen Themen zu arbeiten.
Euer Team BildungsBühne


