Der Raum als dritter Erzieher – Wie Räume Bildungsprozesse prägen
- Sep 14, 2022
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Updated: Sep 10, 2025
Wenn wir an Erziehung denken, kommen uns zuerst Menschen in den Sinn: Kinder, Fachkräfte, Eltern. Doch die Reggio-Pädagogik lädt uns ein, weiterzudenken: Auch der Raum selbst ist ein Erzieher.
Räume sprechen
Ein Raum wirkt, bevor ein Wort gesagt wird. Er kann einladen, inspirieren, beruhigen oder einschränken. Kinder nehmen Räume mit allen Sinnen wahr – sie spüren Licht, Farben, Materialien, Geräusche. Ob sie sich frei bewegen können, Rückzugsmöglichkeiten finden oder Impulse entdecken, beeinflusst ihr Lernen unmittelbar.
Gestaltung als pädagogische Verantwortung
Räume sind niemals neutral. Ihre Gestaltung zeigt, wie wir Kinder sehen: als forschend, selbstwirksam, kreativ? Oder als passiv und gelenkt? Eine offene, ästhetisch gestaltete Umgebung signalisiert Vertrauen und eröffnet Möglichkeiten.
Prinzipien der Raumgestaltung in der Reggio-Pädagogik
Transparenz: Offene Regale, klare Strukturen, Sichtbarkeit von Materialien.
Vielfalt: Unterschiedliche Materialien regen zu Experimenten an.
Ästhetik: Schönheit hat pädagogische Wirkung – ein geordneter, ästhetischer Raum lädt zum Verweilen ein.
Flexibilität: Räume sind wandelbar, wachsen mit den Kindern und den Projekten.
Räume weiterdenken
Raumgestaltung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Beobachtung, Reflexion und kleine Veränderungen können große Wirkung entfalten. Wichtig ist, Kinder in diesen Prozess einzubeziehen: Wo möchten sie spielen, forschen, gestalten? Welche Materialien brauchen sie?
Fazit
Der Raum als dritter Erzieher ist nicht nur eine Metapher, sondern eine pädagogische Haltung. Er erinnert uns daran, dass Bildung nicht nur durch Worte, sondern durch Umgebung, Atmosphäre und Gestaltung geschieht. Wer Räume bewusst einsetzt, schafft Bildungsorte, die Kinder stärken – und Fachkräften neue Perspektiven eröffnen.


